Aufgeschrieben von Gerd Musyal im Jahre 2006.
Als Johann Franz Wilhelm Musyal am 17.10.1797 als erstgeborener Sohn des Anton Michael Musyal in Breslau zur Welt kam, war keinesfalls abzusehen, dass er 1832 in Malchow sein Glück finden und sesshaft werden würde. Wie es in der Familie Tradition war, erlernte er das Stuhlmacherhandwerk und machte sich auf die übliche Wanderschaft, um seine handwerklichen Kenntnisse zu vervollkommnen.
Der Geselle muss Malchow gerade zu der Zeit erreicht haben, als hier der Stuhlmachermeister Schaardt verstorben war. So heiratete er am 3.März 1832 die verwitwete Friedericia Maria Elisabeth Schaardt, geborene Madaus. Der junge Zuwanderer übernahm die Stuhlmacherei. Allerdings verstarb seine Frau 1845 nach dreizehnjähriger Ehe. Sie hinterließ ihm 4 Kinder. Noch im selben Jahr heiratete er wieder und zwar Emma Wilhelmine Emilie Spalding.
Anton Michael Musyal, + 1809 in Breslau, ist der Stammvater der Familie Musyal.
Wir wissen ehr wenig über ihn. Alles sind Angaben, die sein Sohn Franz Musyal gemacht hat.
Er soll Töpfer in Breslau gewesen sein und 1809 gestorben. Seine Frau war Rosalia Elisabeth Broske, sie soll 1814 in Lübeck gestorben sein. Beide waren wohl römisch katolischen Glaubens.
In den Adressbuch von Breslau findet 1809 sich kein Hinweis auf einen Töpfer oder Töpfermeister Musyal.
Da Franz Musyal evangelisch lutherisch geheiratet und seinbe Kinder getauft hat, nahmen wir an, dass er evangelisch lutherischen Glaubens war. Gustav Musyal und Wolfgang Meuthien haben die evangeleischen Kirchenbücher aus Breslau im fraglichen Zeitraum durchgesehen und nichts über die Geburt von Franz oder einen anderen Musyal gefunden.
In der Mecklenburgischen Volkszählung von 1867 gab Franz Musyal aber 3 Jahre vor seinem Tod an, das er RK - römisch katholischen - Glaubens sei. Nicht destor trotz wurde er 1870 evangelisch begraben. Dies ist erklärlich, da Mecklenburg wie in ganz Norddeutschland nur evanglisch lutherisch war. Lübeck hatte z.B. zu diesem Zeitpunkt nur eine sehr kleine römisch katholische Gemeinde, mit nur ca. 10 Beerdigungen pro Jahr.
Franz musste also dem evangelischen Glauben folgen, um nicht als Außenseiter zu gelten.
Damit war die Suche in den evangleischen Kirchenbüchern von Breslau umsonst. Ob die katholischen Kirchenbücher durch gesehen wurden ist mir nicht bekannt
Auch über die Ehefrau von Anton haben wir nichts gefunden. Auch finden sich keine Broske im Adressbuch 1809 von Breslau, allerdings ein Zeichern Proske.
Rasalie soll 1814 in Lübeck verstroben sein. Allein dies ist schon sonderbar, da die Witwe nach dem Tod von Franz über 600 km durch Europe gezogen sein muss. Sicher keine angenehme Reise. Es war die Zeit der Napoleonischen Besetzung und Kriege. Wieso zieht eine Witwe durch Europa? Hat sie wieder geheiratet? War ihr Sohn Franz oder andere Kinder bei ihr. Zumindest scheint Franz in Lübeck gewesen zu sein, da es in seinem Leben Bezüge nach Lübeck gibt.
In den Kirchen- und Sterbebüchern von Lübeck gibt es keine Hinweise auf Rosalie. Sollte sie wieder geheiratet haben, wäre sie unter andern Namen begraben worden. Das Stadtarchiv zu Lübeck hat die evangelischen Kirchenbücher der Lübecker Kirchen; es gibt einen Personenindex in dem aber kein Musyal, Broske, Proske im fraglichen Zeitraum verzeichent ist. Sollte sie weider geheiratet haben, so wird sie unter dem neuen Namen begraben worden sein.
Die katholischen Sterbebücher von Lübeck sind wie ausgeführt sehr übersichtlich (ca. 10 Einträge pro Jahr zu der Zeit) und von mir durchgesehen.
Der Name Musyal taucht erstmals im Zusammenhang mit Anton Musyal 1797 in Breslau auf. Die Legende sagt, dass er hugenottischen also französischen Ursprungs ist. Alle uns bekannten in Deutschland lebenden Träger dieses Namens gehen auf dessen Sohn Franz Musyal zurück. Es finden sich noch die Schreibweisen Mussyal (in Amerika) und Musgal (Fehlschreibung).
Für eine Herkunft des Namens aus dem Französischen lassen sich derzeit keine direkten Hinweise finden. Wohl aber besteht die Möglichkeit, dass es einen Herleitung aus Musil ist. Dieser Name ist auch in den französischen Hugenottengebieten verbreitet.